FRAU SEIN IN WECHSELVOLLEN ZEITEN.

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung der Frau. In Mitteleuropa wird etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens mit dieser Diagnose konfrontiert. Man schätzt daß 90 bis 95 % aller Mammakarzinome spontan, das heißt ohne erkennbare Ursache entstehen. Nur etwa 5% der Brustkrebsfälle können durch eine ererbte Veränderung in einem der beiden bislang bekannten Brustkrebsgene erklärt werden.


Auch wenn die genaue Ursache der Krebserkrankung in den meisten Fällen weiterhin unklar bleibt, so kennt man inzwischen eine Reihe von Faktoren die einen Einfluß auf das Erkrankungsrisiko haben. Ernährungsgewohnheiten und Umweltfaktoren wie Rauchen oder Alkoholgenuß spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die Einnahme von Hormonen, oder die Anzahl von Geburten. Wahrscheinlich ist nicht ein einzelner Faktor, sondern eher eine Kombination von verschiedenen Veränderungen für das Entstehen eines bösartigen Tumors in der Brust verantwortlich.


Da das Risiko an einem Brustkrebs zu erkranken mit dem Alter zunimmt, sollte man ab dem 40. Lebensjahr an Früherkennungsprogrammen teilnehmen. Bei Frauen aus Familien mit einem gehäuften Vorkommen von Brust- oder Eierstockkrebs wird ein noch intensiveres Früherkennungsprogramm empfohlen. Zusätzlich sollte jede Frau zumindest einmal im Monat eine Brustselbstuntersuchung durchführen um möglicherweise entstandene bösartige Veränderungen möglichst frühzeitig zu erkennen.



Einen bösartigen Tumor tastet man zumeist als schmerzlosen, derben, unscharf begrenzten Knoten der typischerweise darüberliegende Haut oder die Brustwarze einzieht. Auch die Bildung von Geschwüren oder die Absonderung von Sekret aus der Brustwarze kann ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Weiter fortgeschrittene Tumorerkrankungen führen zu verdickten und damit tastbaren Lymphknoten in der Achselhöhle oder zu Absiedelungen von Krebszellen in Leber, Lunge oder Knochen.


Die Operation ist stets das Mittel der Wahl. Zumeist kann die Brust dabei erhalten werden, und moderne Operationstechniken haben das früher so gefürchtete Lymphödem des Armes (Armschwellung durch Stau von Lymphflüssigkeit) zu einer Seltenheit werden lassen. Üblicherweise wird nach brusterhaltenden Operationen eine Bestrahlung der betroffenen Brust empfohlen. Die weitere Behandlung der Krebserkrankung richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung und dem Risiko des Wiederauftretens der Erkrankung. Prinzipiell kommen die Chemotherapie oder eine antihormonelle Behandlung zum Einsatz. Die Entwicklung von modernen Antikörpertherapien hat in den letzten Jahren zu einer regelrechten Revolution der Krebstherapie geführt und erlauben inzwischen eine äußerst wirksame und doch schonende Behandlung der Krebserkrankung.

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