FRAU SEIN IN WECHSELVOLLEN ZEITEN.


Der zunehmende Einsatz von Röntgen- und Ultraschallgeräten zur Brustkrebsvorsorge hat dazu geführt, daß Veränderungen in der Brust immer früher erkannt und immer besser beurteilt werden können. Leider kann man trotz modernster Technik einen bösartigen Tumor aber nur in den seltensten Fällen mit absoluter Sicherheit bestätigen oder ausschließen. Erst eine Gewebeprobe (»Biopsie«) ermöglicht dann die endgültige Diagnose.

Eine Biopsie wird gewöhnlich ambulant durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. Dabei wird nach örtlicher Betäubung ein 5 Millimeter großer Einschnitt in die Haut gesetzt. Über diese kleine Öffnung wird anschließend eine Hohlnadel bis zum Tumor vorgeschoben. Dies geschieht bei kleineren, nicht tastbaren Brustveränderungen unter Ultraschallkontrolle. Über die Hohlnadel können mit Hilfe eines so genannten Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsiegerätes mehrere, jeweils millimeterdünne Gewebeproben entnommen werden. Diese Gewebeproben werden sofort weiterverarbeitet und anschließend unter dem Mikroskop begutachtet. Sollte sich bei der feingeweblichen Untersuchung herausstellen, daß in den Proben tatsächlich Brustkrebsgewebe vorhanden ist, werden eine Reihe von weiteren Untersuchungen angeschlossen. So läßt sich in den Gewebeproben beispielsweise feststellen, ob die Tumorzellen Hormonrezeptoren besitzen, oder den Oberflächenmarker HER-2 aufweisen. Damit wird die Frage beantwortet, ob der Tumor einer Anti-Hormontherapie zugänglich ist, oder ob eine Antikörpertherapie eingesetzt werden kann. Diese Information ist vor allem bei größeren Tumoren von Bedeutung, wo derartige Therapien häufig noch vor der Operation geplant sind. Da die Gewebeentnahme unter lokaler Betäubung durchgeführt wird, ist sie praktisch schmerzlos, und die kleine Einstichstelle verheilt innerhalb von Tagen. Komplikationen, wie das Auftreten von Bluterguß oder Entzündung, sind bei diesem Eingriff selten und können in der Regel gut behandelt werden.

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