FRAU SEIN IN WECHSELVOLLEN ZEITEN.

Die meisten Veränderungen der Brust sind gutartig und haben gar keinen Krankheitscharakter. Sie werden häufig bei der Selbstuntersuchung der Brust oder während einer Mammographie gefunden und müssen, so sie keine Beschwerden verursachen, nicht behandelt werden. Wir wissen allerdings inzwischen auch dass Frauen die unter bestimmten Formen gutartiger Brusterkrankungen leiden, ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko haben. Auch kann trotz modernster Untersuchungsmethoden nicht immer zweifelsfrei festgestellt werden ob eine erstmals aufgetretene Veränderung tatsächlich gutartig ist. Deswegen  sollten neu aufgetretene Brustveränderungen und Knoten unbedingt abgeklärt werden. Auch wenn drei Viertel dieser Befunde gutartiger Natur sind, gilt es doch die bösartigen herauszufiltern.



Schmerzhaftes Spannungsgefühl (»Mastodynie«)

Als Mastodynie werden Brustschmerzen und ein Spannungsgefühl bezeichnet, das in beiden Brüsten besteht. Die Beschwerden treten meist in den Tagen vor der Periode auf und können für manche Frauen sehr belastend sein. Wenngleich die Ursache der Mastodynie bis heute nicht geklärt ist, so spielen weibliche Geschlechtshormone zweifelsohne eine wichtige Rolle bei der Entstehung. Eine Mastodynie kann funktionell - d.h. schmerzhaft aber harmlos – sein, sie kann aber auch ein Zeichen einer so genannten fibrozystischen Mastopathie sein, oder auf einen Mangel des Gelbkörperhormons Progesteron hinweisen. Ein Spannungsgefühl in beiden Brüsten ist aber nicht selten auch ein frühes Zeichen einer Schwangerschaft.

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Entzündungen der weiblichen Brust (»Mastitis«)

Eine Entzündung der weiblichen Brust kann während der Stillzeit (»Mastitis puerperalis«) aber auch außerhalb der Stillzeit (»Mastitis non-puerperalis«) auftreten. Die Mastitis non-puerperalis ist deutlich seltener, und die Ursachen der Erkrankung sind bis heute ungeklärt. Raucherinnen und Frauen die einer Zuckerkrankheit (Diabetes) leiden sind jedoch besonders häufig von einer Brustentzündung betroffen. Gutartige Veränderungen der Brustdrüse können ebenfalls zu einer Brustentzündung führen. Auch bösartige Brusttumoren können von einer Brustentzündung begleitet werden, und ein Brustkrebs muß daher immer ausgeschlossen werden.

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Mastopathie

Die Mastopathie ist ein sehr häufiges Krankheitsbild der Brust. Es gibt Schätzungen daß jede 5. Frau schon einmal ihren Arzt wegen Beschwerden im Rahmen einer Mastopathie aufgesucht hat. Wahrscheinlich kommt es durch einen relativen Mangel an Progesteron zu Umbauprozessen im Brustdrüsengewebe. Es bildet sich vermehrt Bindegewebe und Drüsengewebe was wiederum zur Ausweitung von Drüsengängen und zur Entstehung von flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen (Zysten) führt. Viele betroffene Frauen klagen daher unter Brustschmerzen und verhärteten, knotig veränderten Brüsten. Man spricht daher auch oft von einer fibrozystischen Mastopathie. Werden solche Knoten bei einer Routineuntersuchung festgestellt, so müssen sie nicht weiter abgeklärt werden, da sie prinzipiell gutartig sind. Manche Formen von Mastopathie gehen jedoch mit einem erhöhten Risiko einer bösartigen Entartung einher, und sollten daher mittels Mammographie und Brustultraschall regelmäßig kontrolliert werden. Bei einem unklaren Befund sollte auf jeden Fall eine Gewebeprobe durchgeführt werden.

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Fibroadenom

Fibroadenome sind gutartige Tumore der weiblichen Brust. Sie sind relativ häufig und kommen vor allem bei jüngeren Frauen vor. Beinahe jede 3. Frau vor den Wechseljahren ist von Fibroadenomen betroffen. Fibroadenome bestehen aus Bindegewebswucherungen, die benachbartes Drüsengewebe verdrängen und manchmal mehrere Zentimeter groß werden können. Kleinere Fibroadenome verursachen gewöhnlich keine Beschwerden und werden meist zufällig bei Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen entdeckt. Größere Tumoren können hingegen sind gewöhnlich verschieblich und gut abgegrenzt, und können oft gut getastet werden. Fibroadenome können im Ultraschall sehr gut dargestellt werden und bei eindeutiger Diagnose kann meist abgewartet werden. Im Zweifelsfall sollte eine Gewebeentnahme mittels Core Biopsie durchgeführt werden Bei großen Tumoren und bei rascher Größenzunahme ist eine Entfernung des Fibroadenoms jedenfalls empfehlenswert.

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Lipom

Bei einem Lipom handelt es sich um eine gutartige Neubildung aus Fettgewebe. Lipome sind häufig vorkommende gutartige Tumoren und können an Armen, und Beinen, aber auch in der Brust entstehen. Sie sind oft direkt unter der Haut sichtbar, lassen sich gut mit den Fingern verschieben, und fühlen sich weich oder prall-elastisch an. Lipome verursachen nur dann Beschwerden, wenn Sie bei ungünstiger Lage auf benachbarte Nerven drücken. Da Lipome gutartige Geschwulste sind, ist eine Therapie zumeist nicht erforderlich. Falls ein Lipom jedoch Schmerzen verursacht oder ein bösartiger Tumor nicht eindeutig ausgeschlossen werden kann, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.

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Milchgangspapillom

Papillome sind blumenkohlartige Wucherungen jener Zellen, die den Milchgang normalerweise auskleiden. Sie sind eine häufigste Ursache für Flüssigkeitsabsonderungen (Sekretionen) aus einer Brustwarze außerhalb der Stillperiode. Das abgesonderte Sekret je nach Zusammensetzung weißlich, bräunlich oder blutig. Leider können Papillome manchmal auch bösartig Entarten. Es ist daher sinnvoll das Sekret auf das Vorhandensein von Tumorzellen zu untersuchen. Auch die so genannte Galaktographie (Darstellung des Milchgangssystems durch eine Kontrastmittel-Röntgenaufnahme) bietet manchmal die Möglichkeit Papillome zu entdecken und zu markieren um sie dann anschließend entfernt zu können. Aber Achtung, nicht jede Sekretabsonderung aus der Brustdrüse stammt aus einem Papillom. Gerade dann wenn es zu Flüssigkeitsabsonderungen aus beiden Brüsten kommt, liegt oft eine hormonelle Ursache vor. Eine einfache Blutabnahme kann da bereits wichtige Hinweise liefern.

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Genetische
Beratung bei
familiärem Brust-
und Eierstock-
krebs