FRAU SEIN IN WECHSELVOLLEN ZEITEN.

Während des gesamten Lebens finden in unseren Knochen ständig Auf- und Abbauvorgänge statt. Während in der Kindheit und Jugend der Knochenaufbau überwiegt, so beginnt die Knochenmasse ab dem 40. Lebensjahr langsam wieder abzunehmen. Eine jährliche Abnahme der Knochendichte um 1-2% wird als normal angesehen, bei der Osteoporose kommt es jedoch zu einem deutlich schnelleren Abbau von Knochensubstanz. Der Knochen verliert an Festigkeit und Belastbarkeit, er wird »porös«. Ein kleiner Sturz kann dann bereits die Ursache für einen folgenschweren Knochenbruch werden.

Wie entsteht Osteoporose?

Da der Knochenaufbau durch weibliche Geschlechtshormone besonders gefördert wird, tritt die Osteoporose typischerweise nach dem Wechsel auf, dann nämlich wenn es durch die Abnahme der Östrogenproduktion in den Eierstöcken zu einem Hormonmangel kommt. Obwohl alle Frauen – wenn sie nur alt genug werden – einmal in die Menopause kommen, so leiden nicht alle gleichermaßen an Osteoporose. Während die Knochenstabilität mancher Frauen bis ins Alter erhalten bleibt, kommt es bei anderen bereits frühzeitig zu einem ausgedehnten Knochenschwund. Leider können wir derzeit noch nicht mit Sicherheit vorhersagen, welche Frauen später einmal betroffen sein werden. Bekannte Risikofaktoren für eine Osteoporose sind jedoch:

·       zunehmendes Lebensalter,

·       Bewegungsmangel,

·       niedriges Körpergewicht (BMI < 20)

·       Gewichtsabnahme von mehr als 10 kg,

·       Langfristige Einnahme von Cortison und Heparin,

·       Verwandte ersten Grades mit bekannter Osteoporose.


Auch kalziumarme Ernährung, Rauchen, mangelnde Aufenthalte im Sonnenlicht, ein später Beginn der ersten Regelblutung und das vorzeitige Erleben des Wechsels sind weitere Risikofaktoren für eine Osteoporose.


Leider gibt sich die Osteoporose meist erst dann zu erkennen, wenn es schon zu spät ist, nämlich dann wenn es bereits zum Auftreten von Knochenbrüchen gekommen ist. Aus diesem Grund sollten besonders Frauen mit einem oder mehreren der oben angeführten Risikofaktoren bereits frühzeitig eine aktive Osteoporosevorbeugung betreiben. Auch wenn Sie es schon tausend Mal gehört haben: der Wert einer ausreichenden Bewegung und einer ausgeglichenen Ernährung kann nicht genug betont werden. Ob Sie nun Wandern, Radfahren, Schwimmen oder Laufen, Bewegung regt den Knochenaufbau an. Und nur ein ständig beanspruchter Knochen kann seine Festigkeit erhalten. Wenn Sie den Sport dann auch noch in natürlichem Sonnenlicht ausüben, so wird ausreichend Vitamin D gebildet, das ebenfalls für den Einbau von Kalzium notwendig ist. Auch Kalzium sollten Sie dem Knochen in ausreichendem Maße zuführen. Kalzium ist besonders reichlich in Milch und Milchprodukten enthalten, kann aber auch in Form von Kau- und Brausetabletten eingenommen werden. Fertiggerichte sollten Sie hingegen möglichst meiden: sie verhindern die Kaliumaufnahme und sind wahre »Kalziumräuber«. Auch übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen fördern den Knochenabbau und sind deswegen gerade bei Frauen mit bereits bestehender Osteoporose besonders problematisch.

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Diagnose der Osteoporose

Leider wird eine Osteoporose häufig erst nach einem bereits erfolgten Knochenbruch festgestellt. Es gibt jedoch Untersuchungen, die eine frühe Diagnose und Behandlung ermöglichen, und so verhindern, daß es überhaupt so weit kommt. Die Knochendichtemessung (fachlich: Osteodensitometrie) ist eine der sichersten Methoden, um eine Osteoporose festzustellen. Sie wird zumeist mittels der DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometry) Methode durchgeführt. Die Computertomographie eignet sich ebenfalls zur Messung der Knochendichte. Allerdings ist mit dieser Untersuchungstechnik eine etwas höhere Strahlenbelastung verbunden. Auch die so genannte quantitative Ultraschallmessung (QUS) ist eine häufig angewendete Untersuchung. Sie beinhaltet zwar keine Strahlenbelastung, die Qualität der Messung ist bei verschiedenen Gerätetypen jedoch unterschiedlich. Sie kann die DXA daher derzeit noch nicht ersetzen. Außerdem kann die Bestimmung von bestimmten Substanzen im Blut einen Hinweis auf den Knochenauf- und -abbau liefern. Zur Diagnose einer Osteoporose sind sie jedoch ungeeignet.

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Behandlung der Osteoporose

Lange Zeit wurde die Hormonersatzbehandlung mit Östrogenen und Kombinationen von Östrogenen mit Progesteron zur Vorbeugung Osteoporose und zur Vermeidung eines erhöhten Knochenbruchrisikos empfohlen. Die Schutzwirkung dieser Präparate ist jedoch nur auf jene Zeit begrenzt, in der sie auch tatsächlich eingenommen werden, und würde daher eine lebenslange Einnahme notwendig machen. Neuere Untersuchungen haben aber gezeigt, daß die Risiken einer Hormonersatztherapie ihre Vorteile deutlich überschattet und daher sollten diese Präparate zur Behandlung der Osteoporose nicht mehr angewendet werden. Zu den Gefahren einer Hormonersatztherapie zählen beispielsweise die Steigerung des Brustkrebsrisikos, die Möglichkeit einer Thromboseerkrankung und eine erhöhte Anfälligkeit für Herz-/Kreislauferkrankungen (Schlaganfall), besonders bei Raucherinnen.

 

Es gibt inzwischen jedoch eine Reihe von anderen wirksamen Medikamenten die dem Knochenschwund entgegenwirken können: So genannte Bisphosphonate hemmen Knochenabbauzellen an ihrer Arbeit und können, in Kombination mit Vitamin D und Calcium, einen weiteren Knochenabbau verhindern. Calcitonin hemmt ebenfalls den Knochenabbau und kann darüber hinaus auch schmerzlindernd sein. Es wird über einen Nasenspray verabreicht. Auch der Einfluß von Selektiven Estrogen Rezeptor Modulatoren (SERM´s) auf Knochendichte und Knochenbruchrisiko wird derzeit in grossen klinischen Studien untersucht. Dabei handelt es sich um Substanzen die zwar in manchen ihrer Effekte - wie zum Beispiel in ihrer Wirkung auf den Knochen - den Östrogenen ähnlich sind, die allerdings im Gegensatz zu diesen das Brustkrebsrisiko nicht erhöhen. Was die Wirkung von Phytoöstrogenen - das sind pflanzliche Mittel zur Behandlung von Wechselbeschwerden - angeht, so gibt es bis heute keine verlässlichen Untersuchungen zum Einfluss auf die Knochendichte oder die Häufigkeit von Knochenbrüchen.

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Wie hoch ist mein Osteoporoserisiko?

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