FRAU SEIN IN WECHSELVOLLEN ZEITEN.

Das fein abgestimmte Wechselspiel der weiblichen Sexualhormone spielt eine überragende Rolle bei der Aufrechterhaltung der weiblichen Körperfunktionen. Sie ist auch eine Grundvoraussetzung für den Erhalt der Fruchtbarkeit. Das Schlüsselorgan der weiblichen Hormonproduktion sind die Eierstöcke, Sie enthalten bei der Geburt mehr als 1 Million Follikeln (kleine Bläschen, die je eine Eizelle in sich tragen). Bis zum Beginn der Pubertät verharren die Follikeln im Ruhezustand. Mit dem Einsetzten der Pubertät wachsen dann mit jedem Zyklus bis zu 1000 Follikel heran. Bei der geschlechtsreifen Frau werden in ihnen je nach Funktions- und Reifezustand unterschiedliche Mengen des klassischen weiblichen Hormons Östadiol und des Gelbkörperhormons Progesteron hergestellt.

Der Menstruationszyklus

In der ersten Zyklusphase, die von Beginn der Regelblutung bis etwa zum 14. Zyklustag dauert, kommt es unter dem Einfluß des von der Hirnanhangdrüse ausgeschütteten Follikel-stimulierenden Hormons (auch »FSH« genannt) zum Wachstum einer größeren Gruppe von Follikeln, die ihrerseits Östradiol freisetzen. Unter dem Einfluß des ebenfalls in der Hirnanhangdrüse gebildeten Luteinisierenden Hormones »platzt« der am weitesten entwickelte Follikel etwa um den 14. Zyklustag und eine Eizelle wird zur Befruchtung freigegeben. Die leere Follikelhülle wandelt sich in der Folge in ein fettreiches - und damit gelbes - Gewebe um und wird nun »Gelbkörper« genannt. Im Gelbkörper wird ab der 2. Zyklushälfte das schwangerschaftserhaltende Progesteron hergestellt. Es bereitet die Gebärmutter auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Auch wenn eine Frau bei der Geburt so reichlich mit Follikeln bedacht wurde, so kommt es doch über die Jahre mit der zunehmenden Anzahl von Menstruationszyklen zu einem merklichen Abbau von funktionstüchtigen Eizellen. Äußere Einflüsse wie Bestrahlung, Medikamente, aber auch bestimmte Krebstherapien, beschleunigen diesen Prozeß und können bereits in jungen Jahren zu einem Hormonmangel führen.

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Hormonelle Umstellung schon ab 35

Frauen zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr können den Zeitpunkt ihrer nächsten Regelblutung meist ziemlich genau vorhersagen. Doch bereits ab dem 35. Lebensjahr beginnt sich die seit der Geschlechtsreife in monatlichen Zyklen ablaufende Produktion von Geschlechtshormonen in den Eierstöcken langsam zu verändern. Und irgendwann zwischen dem 40. und 50 Geburtstag wird der Menstruationszyklus unregelmäßig und die Wechseljahre beginnen. Meist werden zunächst die Interwalle zwischen zwei Regelblutungen kürzer. Die Ursachen dafür liegen in den Eierstöcken, aber auch in der Hirnanhangdrüse, und sind eine normale Alterserscheinung. Etwa zwei Jahre vor dem Eintritt in den Wechsel fällt der monatliche Follikelsprung (fälschlicherweise oft als »Eisprung« bezeichnet) dann immer häufiger aus. Die dadurch bedingte fehlende Umwandlung des Follikels in den Progesteron-produzierenden Gelbkörper resultiert wiederum in besonders lang andauernden und unregelmäßigen Zyklen und die Regelblutung kann dann oft monatelang ausbleiben. Wenn es dann zu einer Blutung kommt, so kann diese dann besonders lang und stark sein, und im Extremfall zu einem ernsten gesundheitlichen Problem werden.

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Plötzliche Östrogenschwankungen verursachen Hitzewallungen

Ab dem 45. Lebensjahr sind in den Eierstöcken nur noch wenige Follikel vorhanden, und die reagieren meist nicht mehr ausreichend auf das von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttete follikel-stimulierende Hormon (FSH). Da die Eierstöcke während der fruchtbaren Jahre die wichtigste Produktionsstätte von weiblichen Sexualhormonen ist, kommt es in der Folge zu einer verminderten Freisetzung von Östrogenen und Gelbkörperhormonen. Dies wiederum veranlasst die Hirnanhangdrüse mehr FSH zu bilden, um den Mangel an Hormonen auszugleichen. Die verbliebenen Follikel reagieren auf die erhöhten FSH Spiegel manchmal mit einer plötzlichen, kurzzeitigen Freisetzung von großen Mengen von Östrogenen. Die schnelle Abfolge von extrem hohen und niedrigen Östrogenmengen innerhalb kurzer Zeit rufen die typischen Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen dar. Mit zunehmenden Jahren gelingt es trotz hoher FSH Blutspiegel immer seltener, die noch vorhandene Follikel zu stimulieren, und irgendwann sind keine funktionstüchtigen Follikel da. Der Wechsel beginnt.

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Eierstöcke sind auch im Wechsel wichtig

Obwohl die Eierstöcke nach dem Wechsel die Produktion von Östrogenen und Gelbkörperhormonen einstellen, so sind sie deswegen nicht nutzlos. Sie setzten weiterhin einige Hormone frei die durchaus noch Wirkungen auf den weiblichen Körper ausüben. Die Eierstöcke sind beispielsweise ein wichtiger Hersteller des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, das in geringen Mengen auch in der Frau produziert wird. Testosteron ist bei der Frau beispielsweise für Muskelmasse und Libido verantwortlich.  Andere in den Eierstöcken gebildete Hormone, wie DHEA und Androstendion, können im Fettgewebe und in der Leber auch nach dem Wechsel in Östrogene umgewandelt werden.

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